Fashion

Blickfang… 2.3 – Stephanie Kahnau

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Wie in meinem vorherigen Post angekündigt, stelle ich in einer Mini-Serie meine Entdeckungen auf der Blickfang-Messe vor. Eine der jungen Designerinnen, die mich mit Ihrer Kollektion – und auch im Gespräch – beeindruckt hat, ist Stephanie Kahnau. Mehr über sie, ihre Motivation, Kollektion und ihren Werdegang erfuhr ich bei unserem Interview.

Zugegeben, ich entdeckte Dein Label erst auf der Blickfang 2015 in Stuttgart. Aber wie lange gibt es das schon?
Mein Label gibt es seit knapp 3 Jahren. Ich habe in Stuttgart nach meinem Abschluss als Dipl. Textildesignerin direkt angefangen und bin inzwischen seit ca. 2 Jahren in München. Hier präsentiere ich in Kürze auch meine neue Kollektion die zum ersten Mal in meiner eigenen Siebdruckwerkstatt entstanden ist

Aufgefallen sind mir Deine Stücke aufgrund der interessanten Stoffe (u.a. Lack) und der cleanen, aber doch femininen Formen. Entwirfst Du alle Stücke Deiner Kollektion selbst?
Ja, absolut. Es ist alles selbst entworfen und auch produziert. Da ich Textildesignerin bin, liegt mein Fokus auch genau auf diesen Sachen…den Materialien und vor allem der Bearbeitung der Stoffe. Jedes Teil ist ein Unikat, das ich in meinem Atelier und Siebdruckwerkstatt entwerfe und herstelle.
Das bedeutet die Stoffe werden bedruckt, gefärbt oder anderweitig bearbeitet und veredelt und anschließend konfektioniert. Meine Schnitte sind sehr minimalistisch und großflächig, da das Material im Vordergrund steht. Genauso auch bei meinem Schmuck oder den Taschen.

Welche Stoffe kommen bei Dir zum Einsatz – und warum? Woher beziehst Du sie?
Ich verwende hauptsächlich natürliche Materialien wie Baumwolle, Seide, Wolle und Leinen, da diese gut zum zu färben sind. Im Kontrast dazu verwende ich aber auch gerne technische Materialien, die natürlich aus synthetischen Fasern sind – aber eben eine besondere Oberfläche oder Glanz haben, was man mit einem Baumwollstoff so einfach nicht bekommt.
Die Stoffe kaufe ich, egal wo ich gerade bin: Auf jeder Reise oder Städtetrip schau ich nach Stoffläden… Aber ich habe natürlich auch Stoffhändler, die viele Stoffe z.B aus Italien beziehen.

Woher beziehst Du Deine Inspirationen für die Kollektionen, Farben, Stoffe? Entsprechen sie Deinem Stil? Gibt es bei den Kollektionen immer eine neue Aussage, bzw. eine übergreifende Idee?
Meine Inspiration nehme ich, wie die viele Designer, von Trendseiten und Zeitschriften – aber auch einfach aus dem Alltag:-) Man wird ja ständig indirekt inspiriert!
Bei jeder Kollektion fange ich stets bei Null an: Ich suche nach Stoffen, nach schönen neuen Materialien und bilde Gruppen und Stimmungen. So entsteht eine bestimmte Welt, die das Thema beschreibt. Dann geht es um konkrete Motive für den Siebdruck. Da lasse ich mich von Fotos aus der Natur oder der Stadt, Menschen oder Strukturen beeinflussen. Das alles halte ich auf einem Moodboard und Skizzenbuch fest, das ständig wächst und sich verändert. Nach kleinen Proben und Experimenten geht es dann an die Kollektion und konkrete Realisation. Meine Schnitte erstelle ich über Drapage direkt an der Puppe.

Welche Philosophie bzw. Leitlinie steht hinter Deiner Marke?
Ich möchte den Kundinnen wieder ein Gefühl für wertige Stoffe und Materialien geben. Für das Handwerk an sich und das besondere Gefühl, ein Einzelstück zu tragen und dieses auch zu schätzen – wenngleich natürlich der Preis dadurch teurer ist.

Welche Ziele setzt Du Dir mit Deinem Brand, Deinen Kollektionen und Ansprüchen?
Ich möchte natürlich ganz bald, gut davon leben und mich dadurch komplett auf meine Arbeit konzentrieren können, ohne nebenher noch andere Dinge zu machen.

Wie sollte es idealtypisch in der Zukunft laufen – soll Dein Brand klein und individuell bleiben, oder würdest Du etwas Anonymität in Kauf nehmen, aber dafür mehr Absatz und Umsatz machen?
Ich möchte unbedingt in der Schiene der Unikate/Kleinserien bleiben – da das ja genau meine Philosophie ist. Trotz des ganzen Idealismus muss man aber zum Schluss davon leben können.:-) Dafür müssen die einzelnen Stücke teurer werden, hierfür braucht es natürlich die Bekanntheit des Labels. Ich möchte in Zukunft auch das Team vergrößern können, um gewisse Aufgaben abzugeben. In der Modebranche braucht man viel Ausdauer und muss bereit sein, Einiges dafür zu opfern. Aber dafür kann man sich jeden Tag mit wunderschönen Dinge beschäftigen und entwerfen.

Stephanie, vielen Dank für unser Gespräch!

Und hier geht es zur Website von Stephanie Kanhau Kahnau5 Kahnau3 Kahnau2 Bildquelle für alle Bilder: Stephanie Kahnau Design: Stephanie Kahnau Fotografie: Lena Scherer Model: Rafaela Vizoli Bosi (PS Models) Hair & Make up: Philipp Lawrenz (Phoenix Agentur)

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4 Kommentare zu “Blickfang… 2.3 – Stephanie Kahnau

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